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Historie des Krankenhauses Jülich

 

Seit der Gründung des Jülicher Krankenhauses 1891 steht es unter dem Patronat der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Die Heilige Elisabeth von Thüringen, geboren 1207, war eine ungarische Königstochter, die 1221 den Thüringer Landgraf Ludwig heiratete und auf der Wartburg lebte. Die Ehe war, so wird berichtet, glücklich. Elisabeth bekam drei Kinder. Während ihrer Ehe lernte sie die Ideale des Franz von Assisi kennen und kümmerte sich auch bereits um Arme und Kranke. Während der Hungersnot 1225 verteilte sie das Korn aus den Speichern an die Armen. Nach dem Tod ihres Mannes verließ sie die Wartburg und gelangte schließlich nach Marburg, wo sie 1229 ein Spital, das dritte, errichten ließ und in dem sie als Pflegerin arbeitete. Elisabeth widmete ihr Leben Armen und Kranken. Es wird berichtet, dass ihre letzten Lebensjahre von einer großen Heiterkeit begleitet wurden, die sie aus der Beziehung zu Christus erlangte. Ihm folgt sie mit ihrer Aufgabe, sich um Bedürftige zu kümmern. Elisabeth starb 1231, vier Jahre später wurde sie heiliggesprochen.

Die Krankenpflege in Jülich beginnt bereits vor dem Bau des Krankenhauses an heutiger Stelle. Für 1597 wird ein Seuchenhaus vor der Stadt erwähnt. Im Jahre 1678 gibt es ein Gasthaus in der Stadt, das gleichzeitig Altersheim, Armen- und Krankenhaus ist und zu diesem Zeitpunkt von Ordensschwestern des Hl. Franziskus übernommen wurde. Sie bauen das Haus aus und ein neues Kloster. Dieses beziehen sie 1692. Fast zweihundert Jahre lang werden hier Menschen betreut. Der Zerfall des "Klösterchens" führt schließlich zum Bau eines neuen Krankenhauses. 1890 entschlossen sich die Ratsherren zum Bau eines neuen Krankenhauses am Neußer Platz - heute ist der Standort und der Zugang zum Krankenhaus die Kurfürstenstraße 22.

 

1891

Am 19. November 1891, am Namensfest der Hl. Elisabeth, fand die Eröffnung des neuen Krankenhauses statt. Acht Ordensschwestern der Franziskanerinnen aus Olpe und ein Arzt (Sanitätsrat Dr. Dahmen) übernahmen die Pflege und ärztliche Betreuung der Kranken. Jülich hatte nun ein den damaligen Verhältnissen entsprechendes modernes Krankenhaus, das vorerst für seine 5.385 Einwohner genügte. Mit der Zeit erwies sich das Krankenhaus als zu klein. Es wurden erhebliche Erweiterungsbauten vorgenommen.

1910

Eine Säuglingsmilchanstalt wird angegliedert. Die hygienische Verbesserung dient der Bekämpfung der hohen Säuglingssterblichkeit.

1944

Am 16. November zerstören die Bombenangriffe das Krankenhaus völlig.

1945

Am 15. Januar 1945 nehmen die Franziskanerinnen und der Arzt in den Trümmern des Krankenhauses einen Notbetrieb auf.

1946

Im März 1946 werden erste Operationen durchgeführt. Am Ende diesen Jahres stehen im Jülicher Krankenhaus 115 Betten, und es gibt wieder einen Operationssaal und einen Kreißsaal mit Säuglingszimmer.

1947

Ende 1947 stehen bereits 135 Betten für die Abteilungen Innere Medizin und Chirurgie sowie für die Infektionsabteilung, Kinderstation und Säuglingsabteilung zur Verfügung. Ebenfalls in diesem Jahr wird der HNO- und Augenoperationssaal in Betrieb genommen.

1948

Ein Internist wird im Krankenhaus eingestellt. Bislang war das Haus nur Belegkrankenhaus für die niedergelassene Ärzte der Stadt Jülich.

1947-55

Aus- und Erweiterungsbau des Hauses an der Neusser Straße auf 180 Betten. Doch aufgrund der ständig wachsenden Einwohnerzahl Jülichs reicht diese Zahl nicht aus.

1956

Fertigstellung des Wiederaufbaus: Es gibt neue Funktionsräume, weitere OP-Säle, eine Röntgenabteilung, das Labor, die Bäderabteilung, eine Klimakammer und Sterilisations- und Kühlanlagen. Insgesamt stehen 180 Betten zur Verfügung.

1957

Die Franziskanerschwestern verlassen aus Nachwuchsmangel das Krankenhaus. Für die folgenden fünf Jahre übernehmen die Schönstätter Marienschwestern die Krankenpflege.

1958

60 Betten für die Innere Abteilung kommen in einem separaten Patientenhaus an der Kurfürstenstraße hinzu. Ein Gang verbindet den Gebäudeteil mit dem Bettenhaus an der Neusser Straße. Der räumliche Abstand resultiert aus dem Wunsch, eine Infektionsstation entfernt vom Rest des Hauses zu haben.

1959

Die Fachabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe nimmt ihren Betrieb auf.

1963

Der Caritasverband für das Bistum Aachen e.V. übernimmt von der Stadt Jülich die Trägerschaft des Hauses. Es trägt nun auch offiziell den Namen seiner Schutzpatronin: Krankenhaus St. Elisabeth, Jülich. Vorher war es das "Städtische Krankenhaus"

1964

Am 1. April beginnen die ersten Krankenpflegeschüler/-innen ihre Ausbildung an der neuen, staatlich anerkannten Krankenpflegeschule, die über 40 Ausbildungsplätze verfügt.

1972

Aus Anlass der kommunalen Neugliederung gehen die bisher im Eigentum der Stadt Jülich stehenden Grundstücke und Gebäude auf den Kreis Düren über. Träger bleibt weiterhin der Caritasverband; Eigentümer der Grundstücke und Gebäude wird der Kreis Düren.

1975

Das Krankenhaus verfügt nun über die Fachabteilung Anästhesie und Intensivpflege.

1977

Die Abteilung für Physikalische Therapie nimmt ihre Arbeit auf.

1978

Der Krankenhaus-Sozialdienst im Krankenhaus St. Elisabeth unterstützt Menschen in sozialen Fragen.

1981

Die Zentralsterilisation geht in Betrieb. Die Hauskapelle wird neu gestaltet.

1983

Eine eigene Vollapotheke wird eingerichtet, die auch zwei weitere Häuser der Umgebung versorgt.

1987

Erneuter Trägerwechsel: Am 01. Januar übernimmt die Genossenschaft der Rheinisch-Westfälischen Malteser Devotionsritter e.V. die Trägerschaft des Hauses. Das Krankenhaus heißt nun: Malteser- Krankenhaus St. Elisabeth. Ein Jahr später gehen auch die Grundstücke und Gebäude in das Eigentum des neuen Trägers über.

1991

100 Jahre St. Elisabeth Krankenhaus werden gefeiert.

2001

Die Notdienstpraxis der niedergelassenen Ärzte (GVJL) etabliert sich in den Räumen des Krankenhauses an der Kurfürstenstraße. Die frühere chirurgische Ambulanz wird zur Zentralen Patientenaufnahme (ZPA). Durch umfangreiche bauliche Veränderungen wird die ZPA neu gestaltet. Die Liegendanfahrt für Rettungs- und Krankenwagen wird auf die Neusser Straße verlegt.

2003

Ein ambulantes Operationszentrum für interne und externe Operateure wird eingerichtet.

2006

Eröffnung eines neuen Bettenhauses mit zwei Stationen und neuer Räumlichkeiten für die Praxis für Gynäkologie und Geburtshilfe

2007

Einweihung der ausgebauten und neu gestalteten Internistischen Abteilung mit Anbau eines zusätzlichen Patienten- und Besucher-Aufzugs.

2009

Die Caritas Trägergesellschaft West (ctw) übernimmt das Krankenhaus, das nun den Namen St. Elisabeth-Krankenhaus Jülich trägt.

2010

Einrichtung und Gründung der Zentralen Sterilgut Versorgungsabteilung (ZSVA). Die zwischenzeitlich durch eine Fremdfirma ausgeführten Arbeiten der Instrumenten-Sterilisation erfolgt wieder im Haus.

2011

In 2011 wird die neue Röntgenanlage in der ZPA (Zentralambulanz) in Betrieb genommen. Am 03.02.2011 erfolgt die offizielle Vertragsunterzeichnung der Caritas Trägergesellschaft West mit dem Kreis Düren zur Übertragung des St. Elisabeth Krankenhaus Jülich gGmbH. Für die derzeit rund 33.000 Einwohner der Stadt Jülich incl. aller Ortsteile ist somit die Versorgung durch "ihr" Krankenhaus auf viele Jahre gesichert.

2012

Erweiterung und Modernisierung der Endoskopie

2013

Die Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe wird zum 31.07.2013 geschlossen.
Zertifizierung zum lokalen Traumazentrum⁢⁢

2015

Das St. Elisabeth-Krankenhaus erhält einen neuen Computertomografen.
Neugestaltung und Einsegnung Verabschiedungsraum⁢

2019

Die Caritas Trägergesellschaft West (ctw) wird mehrheitlich von der Josefs-Gesellschaft gGmbH (JG) mit Sitz in Köln und minderheitlich vom Caritasverband für das Bistum Aachen e. V. übernommen. Das St. Elisabeth-Krankenhaus gehört nun zur JG-Gruppe und ist Teil der Katholischen Nordkreis-Kliniken, zu der auch das St. Josef-Krankenhaus Linnich gehört.

2023

Am Standort Jülich werden das St. Elisabeth-Krankenhaus und das St. Josef-Krankenhaus zusammengeführt. Die Stadt Jülich übernimmt die Trägerschaft für das Krankenhaus, das nun Krankenhaus Jülich heißt.

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