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Ein großer Entwicklungsschritt

Blendi Krasniqi, Leon Lützeler, Markus de Koning, Ardavan Karimi und Hajar Ijid (von links) sammeln im Projekt „Auszubildende leiten eine Teilstation" wertvolle Erfahrungen für das bevorstehende Examen und die Zeit danach.


Sie sind mit großer Begeisterung dabei. Den fünf Auszubildenden, die in diesen Tagen auf der Station S2 des Krankenhauses Jülich im Einsatz sind, sieht jeder an, dass sie gerade einen großen Schritt in ihrer Entwicklung machen. Sie haben für einen Bereich der Station die Regie übernommen. „Auszubildende leiten eine Teilstation" nennt sich das Projekt, in dem die Pflege-Azubis im dritten Ausbildungsjahr zwei Wochen lang die komplette Verantwortung für alle Pflegeprozesse tragen.

Allein gelassen werden sie dabei selbstverständlich nicht. Praxisanleiterinnen des Krankenhauses begleiten die Auszubildenden, geben Feedback und stehen jederzeit zur Seite, wenn Unterstützung nötig ist. Doch es hat nicht lange gedauert, bis die jungen Leute selbstbewusst das Ruder übernommen haben. „Am ersten Tag war es noch etwas ungewohnt, selbst Entscheidungen zu treffen und eigenständig zu handeln", berichtet Blendi Krasniqi. „Aber am zweiten Tag war es schon fast normal." So hat es auch Hajar Ijid empfunden. „Ich habe sehr schnell gespürt, wie das Selbstvertrauen wächst", sagt sie. Sie findet, dass das eine ganz wichtige Erfahrung ist – mit Blick auf das Examen im kommenden Sommer und für die erste Zeit danach.

„Früher waren wir tolle Schülerinnen, wenn wir fleißig gewaschen haben. Als wir dann fertig ausgebildet waren, mussten wir fachlich noch sehr viel lernen", blickt Christa Utzerath auf ihre Ausbildungszeit zurück. Die Praxisanleiterin ist sehr froh, dass heute unter anderem Projekte wie das aktuelle dafür sorgen, dass der Pflegenachwuchs früh mit dem kompletten Spektrum moderner Pflege und den vielen anspruchsvollen Aufgaben konfrontiert und vertraut gemacht wird. Ein wichtiger Aspekt sei dabei auch die Kommunikation. In dieser Hinsicht ist das Projekt so etwas wie ein Meilenstein für die Auszubildenden. „Wir führen die Patientengespräche, stehen in Kontakt mit den Angehörigen, stimmen uns mit den Ärzten ab und sind Teil der Visiten", berichten Markus de Koning, Ardavan Karimi und Leon Lützeler.

Neu ist für die jungen Leute auch die Verantwortung für Aufgabenverteilung im Team und für die Dokumentationsarbeiten am PC. „Sie sind komplett für ihre Patientinnen und Patienten verantwortlich – von der Aufnahme bis zur Entlassung", sagt Praxisanleiterin Gerda Schmitz und verbindet das mit einem großen Lob: „Sie machen das wirklich sehr gut!" So sehen das auch die Patientinnen und Patienten, die über das Projekt informiert wurden und die Leistung der Auszubildenden auch in einem Fragebogen bewerten können. Auch wenn die Ergebnisse noch nicht vorliegen, sagt Blendi Krasniqi schon jetzt mit einem Augenzwinkern: „Ich glaube, Sie werden uns vermissen, wenn das Projekt vorbei ist."

Für ihn und die anderen Azubis geht das Projekt auch nach den 14 Tagen auf der Station noch weiter. Alle werden Fall-Vorstellungen erarbeiten und ihre Erfahrungen kurz vor Weihnachten im Krankenhaus präsentieren. Ein Fazit haben die Auszubildenden schon jetzt gezogen: Das Projekt könnte gerne auch länger dauern. 

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